Was ist eigentlich diese Weiberfastnacht?

Am 8. Februar findet dieses Jahr die alljährliche Weiberfastnacht statt. Doch was ist das eigentlich? Und dürfen an diesem Tag nur die Frauen sich verkleiden und feiern? Im nachfolgenden Beitrag gehen wir dem Ganzen auf den Grund.

Weiberfastnacht

In Deutschland gibt es regional bedingt verschiedene Bezeichnungen, so wird die Weiberfastnacht auch Weiberfasching, Wieverfastelovend (Kölsch), Fettdonnerstag (Aachener Raum), Schwerdonnerstag (Koblenz), Weiberfasnet (Schwäbisch) oder auch Altweiber genannt. Die Weiberfastnacht bezeichnet den Übergang vom Sitzungs- zum Straßenkarneval, dieses Datum fällt immer auf den Donnerstag vor dem Aschermittwoch. Das heißt, dies ist der letzte Donnerstag vor der traditionellen Fastenzeit.

Geschichtliche Hintergründe

Es gibt allerlei Bräuche rund um Altweiber, doch eines haben alle Regionen gemein, an diesem Tag haben die Frauen die „Macht“. Schon seit dem Mittelalter wird den Frauen an diesem Tag die Führung zugestanden. In vergangenen Zeiten, in denen nur Männer an der Macht waren und die Frauen ihnen untergeordnet waren, galt es als verkehrte Welt, wenn den Damen das Regiment überlassen wurde. Diese Tradition entwickelte sich vielerorts zum Weiberzechen, hier wurden die Frauen durch die herrschenden Männer zu Wein eingeladen. Durch Belege aus dem Mittelalter, lässt sich jedoch darauf schließen, dass der Weiberfasching auf den heutigen Aschermittwoch fiel. Im heutigen Rheinland etablierte sich der Donnerstag vor Aschermittwoch zur Weiberfastnacht, in schwäbisch- alemannischen Regionen findet Altweiber zu unterschiedlichen Terminen statt bzw. verlor an manchen Orten ganz seine Beachtung.

Rheinländische Traditionen

Traditionell überließen an diesem Tag die Frauen ihren Männern den Haushalt und die Kinder und feierten unter sich. Verkleidet wurde sich als hässliche und alte Weiber, diese Tradition änderte sich mit der Gründung der Möhnenvereine (oder auch „Damenkomitee“), in denen sich die Frauen heute eher als bürgerliche Frauen aus dem 19. Jahrhundert kleiden. In der heutigen Zeit wird die Weiberfastnacht hauptsächlich im Rheinland, der Eifel und im Hunsrück begangen. Als Hochburg gilt natürlich Köln, am Tag des Wieverfastelovend wird der traditionsreiche Straßenkarneval eröffnet.

Im 18. Jahrhundert war der Vorläufer der heutigen Weiberfastnacht das Mötzebestot der Marktfrauen, dies fand auf dem Alter Markt in Köln statt. Der Tradition nach, rissen sich punkt 12 Uhr die Marktfrauen die Hauben („Mötz“) vom Kopf und schmissen sie durch die Gegend. So waren die Frauen sprichwörtlich nicht mehr „unter der Haube“ und konnten sich an diesem Tag so manche Freiheit erlauben. In Beuel, einem Bonner Stadtteil, hat die Weiberfastnacht ihre ganz eigene Tradition, hier wird sie noch heute als Hauptfeierlichkeit des Karnevals zelebriert. Die Frauen ließen ihre Arbeit in den Beueler Wäschereien ruhen, da sie nicht schuften wollten, während ihre Männer feierten. 1824 schlossen sich die Wäscherinnen zum Alten Damenkomitee 1824 e.V. zusammen und errungen sich damit den Platz im bisher männlichen Karneval. Noch heute ist der Weiberfasching der Hauptakt des Karnevals in Beuel. Nach dem großen Umzug stürmt traditionell die Beueler Wäscheprinzessin mit ihrem Damenkomitee das Rathaus und übernimmt symbolisch die Macht. Dadurch ist es im Rheinland und Westfalen zum Brauch geworden, dass vielerorts die Rathäuser durch die Frauen gestürmt werden.

Die Weiberfastnacht gilt im Rheinland als inoffizieller Feiertag und in vielen Firmen wird mittags bereits die Arbeit niedergelegt. Regulär gibt es keine Umzüge zu Altweiber, es wird in Kneipen und auf der Straße gefeiert und dies natürlich kostümiert. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts schlich sich der Brauch ein, den Männern die Krawatte (als Symbol der männlichen Macht) mit einer Schere abzuschneiden. Dafür das die Männer dann nur noch mit einem Krawattenstumpf herum laufen, bekommen sie von den Damen das obligatorische „Bützchen“ (Küsschen) als Entschädigung.

Wissenswertes

Aufgepasst liebe Damen! Fragt zuvor nach ob ihr die Krawatte stutzen dürft. Nicht jeder Mann möchte diesen Scherz mit machen und ihr könntet euch mit einer Eigentumsverletzung strafbar machen.

Viel Spaß beim Karneval wünscht
11ter11ter.de

 

 

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