Was ist Fasching, Karneval oder Fastnacht?

Warum feiern wir eigentlich Fasching, Karneval, Fasnet, Fastnacht oder auch die fünfte Jahreszeit genannt? In Deutschland hat die Tradition viele verschiedene Wurzeln.

Der eigentliche und älteste Ursprung von Fasching bzw. Karneval beruht auf der alten Sage, das wir Menschen uns verkleiden um unsere vielen verschiedenen Persönlichkeiten zum Ausdruck zu bringen und dies mit Freude zu feiern. Die Menschen früher wollten ihrem vergangenem Leben gedenken, in dem die sich als Cowboy und Indianer, Zauberer, Piraten und Wikinger verkleideten. Sie dankten, dass sie im hier und jetzt sein durften und waren froh das sie so viele verschiedene Leben gelebt hatten. 

Schon unsere Vorfahren, die alten Germanen feierten die fünfte Jahreszeit, verkleidet mit Masken und viel Lärm. Die Germanen wollten so die guten Geister des Frühlings wecken und die bösen Geister die die Ernte bedrohten vertreiben. 

Die Fastnacht im Christentum

Das Christentum bzw. die Kirche glaubten nicht an die Geister der alten Germanen und interpretierten daher einen anderen Ursprung, der sich bis heute weit verbreitet hat. Die Bräuche der katholische Kirche bezeichneten eine sechswöchige Fastenzeit. Bevor die 40 tägige Fastenzeit vor dem Osterfest begann, wurde zur Fastnacht noch einmal ausgiebig gefeiert und gegessen.

„Carne vale“ –  „Fleisch lebe wohl“

Der Begriff Karneval kann in verschiedenen Weisen interpretiert werden. Belegt ist der Begriff erst im 17. Jahrhundert. Zum einen gibt es den Ausdruck „Carne vale“, dieser kommt aus dem italienischen und heißt übersetzt „Fleisch lebe wohl“. Während der Fastenzeit vor dem Osterfest dürfen die Katholiken weder Fleisch essen noch Alkohol trinken. Durch den Verzicht diese Güter, sollten sie sich wieder mehr Gott zuwenden.

Eine zweite Bedeutung kommt aus dem lateinischen und lautet „carrus navalis“, was übersetzt Narrenschiff, Räderschiff oder Schiffskarren heißt. Das hat den Hintergrund, dass nach dem Winter wieder Schiffe auf dem Rhein fahren konnten. Zu diesem Anlass wurden festliche Umzüge gefeiert zu denen Schiffskarren mitgenommen wurden.

Das Wort Fasching erscheint bereits im 13. Jahrhundert und beruht auf der süddeutschen, ursprünglich bairisch-österreichischen Bezeichnung „vaschanc“ und „vastschang“. Verstanden wurde damit das „Ausschenken des Fastentrunks“. Außerdem gab es den Freudenruf „oho, vaschang“, dieser wurde Jahrhunderte später angeglichen und so entstand das Wort „Fasching“.

Was ist die Bütt?

Eine sehr junge Tradition aus den Anfangszeiten des 19. Jahrhunderts beruht auf eher politischen Wurzeln. Den Menschen westlich des Rheins, was damals französisch besetzt war, waren politische Aktionen verboten. Diese Menschen trafen sich in Lokalitäten um die Politik mit humorvollen Reden auf die Schippe zu nehmen. So entstand der Brauch der Büttenrede bzw. des Büttenredners. Das eigentliche Wort „Bütt“ bezeichnet eine Tonne oder ein Fass. Jeder der in oder auf das Fass steigt darf über alles und jeden reden und motzen.

Wir sehen zum Thema Fasching, Karneval, Fastnacht oder wie auch immer ihr es bezeichnet, gibt es viele Theorien, Sagen und Bräuche. In unser heutigen Zeit ist der Fasching da, um sich zu verkleiden, ausgelassen zu feiern und dem normalen Alltag zu entrinnen. Für die richtigen Faschingsnarren beginnt die närrische Zeit bereits am 11.11 um 11:11 Uhr.  Kinder, Erwachsene und Faschingsvereine verkleiden sich in den tollsten Kostümen und machen Straßen und Häuser bei lustiger Musik unsicher. Eine Ende nimmt die „fünfte Jahreszeit“ dann zum Aschermittwoch, der den Riesenspass für jedes Jahr ausklingen lässt.

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