Die Geschichte vom Nikolaus und Knecht Ruprecht

Jedes Jahr am 6. Dezember werden unsere Schuhe vom Nikolaus prall gefüllt, je nach dem ob man lieb oder böse war, mit Leckereien oder Holz und Kohle. Doch woher kommt der Brauch am Nikolaustag

Der Heilige Nikolaus in der Geschichte

Die historische Person des Nikolaus geht zurück auf einen jungen Bischof Namens Nikolaus von Myra. Dieser wurde zwischen 270 und 286 in Patara einer Stadt in Lykien geboren. Es wird überliefert das er im Alter von 19 Jahren von seinem Onkel zum Priester und Bischof von Myra geweiht wurde. In dieser Zeit wird er zu einem der populärsten katholischen Heiligen der unter anderem für seine Hilfsbereitschaft und Menschenfreundlichkeit bekannt war. So soll er als Sohn reicher Eltern, sein geerbtes Vermögen unter den Armen verteilt haben. Die Überlieferung berichtet, dass darunter auch ein armer Mann mit drei Töchtern gewesen sein soll. Dieser hatte so wenig Geld, dass es nicht für die Mitgift der Töchter reichte um diese zu verheiraten. Deswegen wollte er seine Töchter zur Prostitution verkaufen. Als der Heilige Nikolaus davon erfuhr, ließ er eines Nachts drei Goldklumpen durch den Kamin in die Schuhe der Mädchen der verarmten Familie fallen, die diese nun als Mitgift nahmen. Außerdem ist der Heilige Nikolaus Schutzpatron für Feldherren und Seeleute, aber auch für die Bäcker, Bauern, Bierbrauer, Schnapsbrenner und Kaufleute. 

Um 310 wurde er im Zuge der Christenverfolgung gefangen genommen und gefoltert, blieb jedoch seinem Glauben immer treu. Schließlich verstarb der Heilige Nikolaus am 6. Dezember zwischen 326 und 365. Seit dem wird dem Heiligen Nikolaus alljährlich gedacht.

„Seit ihr denn auch brav gewesen?“

Der Nikolaustag wurde im Laufe der Jahre immer mehr zum Tag für die Kinder. Der Nikolaus selbst trat nun als strenger aber gerechter Mann auf. Er stellte in Verhören sicher, dass die Kinder jeden Tag beteten und immer brav waren. Der Nikolaus wandelte sich als Weihnachtsmann zu einer sowohl lobenden als auch strafenden Figur. Die braven Kinder bekamen Geschenke, wie Nüsse, Äpfel und Süßigkeiten, den bösen Kindern jedoch, drohte er mit der Rute oder damit sie in den Sack zu stecken und mit zu nehmen. So leitete sich auch die Geschichte vom Knecht Ruprecht ab.

Der Kinderschreck Knecht Ruprecht

Knecht Ruprecht ist der Begleiter vom Heiligen Nikolaus. Über diesen rauen Gesellen, der dem Nikolaus und auch dem Christkind bei der Arbeit hilft, gibt es nicht so viel zu berichten. In anderen Ländern und in vergangenen Jahrhunderten, wurde und wird der Kinderschreck auch Pelznickel, Krampus, Bartel, Piet, Düvel oder Bock genannt. Der Ruprecht ist eine in Pelz vermummte dunkle und furchteinflössende Gestalt. An seinem Gürtel, der um die dunkle Kutte geschlungen ist, trägt er die Rute und in der Hand hielt er den Sack mit den Geschenken. Sein grimmiges Gesicht ist sein Erkennungszeichen.

Der Nikolaustag in der heutigen Zeit

Ursprünglich war der Nikolaustag auch der Tag der Weihnachtsbescherung. In einigen Ländern ist er das noch heute, zum Beispiel in den Niederlanden. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts ist der Nikolaus im Volksbrauchtum als Geschenkeüberbringer für Kinder belegt. In Deutschland ist es vieler Orts Brauch, dass die Kinder am Abend des 5. Dezember ihre frisch geputzten Stiefel vor die Tür stellen. Der Nikolaus füllt dann in der Nacht die Stiefel mit Früchten, Nüssen und Süßigkeiten. Die Kinder die nicht so brav waren, bekamen meist noch ein Stück Kohle, einen Holzscheit oder eine Rute in den Stiefel hinein. In manchen Familien kommt der Nikolaus am Abend auch persönlich vorbei und schaut in sein goldenes Buch, ob denn die Kinder auch immer brav waren. Er spricht dann Lob aber auch Tadel aus und gibt den Kindern dann die Geschenke. Die Kinder bedanken sich dann entweder mit einem Lied oder einem Nikolausgedicht bei dem Mann mit dem langen weißen Bart und dem rotem Gewand.

Nikolausgedichte aus dem Volksgut

Ach du lieber Nikolaus

Ach du lieber Nikolaus,
komm doch einmal in mein Haus!
Hab so lange an dich gedacht!
Hast mir auch was mitgebracht?

Nikolausabend

Niklaus, Niklaus, lieber Mann,
Klopf an unsre Türe an!
Wir sind brav, drum bitte schön,
lass den Stecken draußen stehn!

Niklaus, Niklaus, huckepack,
Schenk uns was aus deinem Sack!
Schüttle deine Sachen aus,
Gute Kinder sind im Haus!

Holler Boller

Holler boller Rumpelsack,
Nikolaus trägt ihn huckepack.
Weihnachtsnüsse gelb und braun,
runzlig punzlig anzuschaun.
Knackt die Schale, springt der Kern
Weihnachtsnüsse ess ich gern.
Komm bald wieder in dies Haus
guter alter Nikolaus.

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