Martinstag, Martini, Sankt Martin, 11ter11ter

Wer war eigentlich der heilige Martin, warum essen wir an diesem Tag eine Gans und warum machen wir Laternenumzüge?

Das sind ganz viele Bräuche die sich hier aufgrund vieler Traditionen vereint haben. Fangen wir also mal ganz am Anfang an.

Der heilige Martin von Tours  *316/319 n.Chr.  †397 n.Chr.

Der Sohn eines Offiziers der römischen Armee, geboren in Ungarn war selbst Soldat der römischen Armee. Während dieser Zeit wurde er gläubig, später Mönch und 372 n.Chr. Bischof von Tours.

Sankt Martin einer der wohl bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche, der aber auch von anderen Kirchen verehrt wird. Er lebte asketisch, bescheiden und half den Armen und Kranken. Nach seinem Tod wurde er vom Papst heilig gesprochen.

Die wohl meist erzählte Legende, die um den heiligen Martin berichtet wird, ist die des geteilten Mantels. An einem eisigen Wintertag, auf der Rückkehr eines Ausrittes begegnete er einem armen, frierenden Bettler am Stadttor. Dieser sprach: „Eine Gabe, guter Herr“. Martin ergriff sein Schwert und teilte daraufhin seinen Mantel in zwei Teile und gab ein Teil dem bedürftigem Mann.

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin zog die Zügel an,
Sein Ross stand still beim armen Mann.
Sankt Martin mit dem Schwerte teilt’
Den warmen Mantel unverweilt.

Der 11. November ist der Tag der Grablegung  Martins. Der Sarg des verstorbenen wurde in einer Lichterprozession zum Friedhof gebracht.

Gehen wir daher mit unseren Laternen an diesem Tag umher?

Schon früher wurden christliche Lichterprozessionen zu Ehren des Heiligen Sankt Martin veranstaltet. Auch spielten in dieser dunklen Jahreszeit schon immer Lichter und Feuer eine große Rolle. Nach der Ernte wurden auf den leeren Feldern Feuer und Fackeln entzündet. Es wurde die Ernte gefeiert mit einem Feste und einem dazugehörigen Festfeuer. Der Ursprung der Umzüge von heute wie wir sie nun kennen, entwickelte sich aber erst im späten neunzehnten Jahrhundert und verbreitete sich vom Rheinland her. Vielerorts wird nun der Martinsumzug mit Laternen vom obligatorischen Reiter in römischer Kleidung begleitet. Am Ende des Umzuges wird ein Martinsfeuer entfacht und oftmals die Legende des Sankt Martins nach gespielt.

Und was ist nun mit der Gans?

Auch hier gibt es wieder verschiedene Herleitungen warum wir nun die Gans essen. Eine ist wieder auf unseren Martin zurückzuführen. Als dieser zum Bischof ernannt werden sollte, versteckte er sich in einem Gänsestall, da er sich des Amtes nicht würdig empfand. Die Einwohner fanden ihn schießlich, weil die aufgeregt schnatternden Gänse ihn verrieten. Hier soll sich nun der Brauch ableiten, am Fest des Heiligen eine Martinsgans zuzubereiten. Denn diese sollten von nun an für den Verrat büßen. Eine näher liegende Erklärung ist die des Einläuten der Fastenzeit die traditionell vierzig Tage bis Weihnachten andauert. Das Wirtschaftsjahr – bäuerliches Arbeitsjahr- endete. Die Pachten und Steuern waren fällig. Oftmals wurden diese mit Gänsen beglichen. An Martini endeten oft Verträge oder wurde neu geschlossen- von Martini bis Martini. Das Vieh, was nicht über den Winter durch gefüttert werden konnte, musste geschlachtet werden. So wurde in der Vergangenheit dieses Datum genutzt als letzte Gelegenheit vor dem langen Fastenzeitraum noch einmal die gute Ernte mit einem Festmahl zu feiern.

… und nun noch ein paar schlaue Sprüche

Bauernregeln zum Martinstag

  • Hat Martini einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart.
  • Wenn an Martini Nebel sind, wird der Winter meist gelind.

So vereinen sich nun viele Bräuche und Traditionen an diesem Tag, die in den unterschiedlichen Regionen in und um Deutschland auf verschiedenste Art und Weise gefeiert werden. Wir hoffen, etwas Licht ins Dunkel gebracht zu haben.

Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Martinstag, http://www.kikisweb.de/spezial/stmartin/geschichten/legende.htm

Fotoquelle: Foto by Margrit via flickr unter CC BY-NC-ND 2.0#

 

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